Totholz im Baum: Ein wertvoller Lebensraum

Warum abgestorbene Äste nicht immer entfernt werden sollten.

Für viele Gartenbesitzer wirkt Totholz im Baum auf den ersten Blick wie ein Zeichen von Vernachlässigung. Dabei erfüllt das abgestorbene Holz in der Krone eine wichtige ökologische Funktion – und ist längst nicht immer ein Sicherheitsrisiko. In der modernen Baumpflege gilt: Wo es unkritisch ist, darf Totholz bleiben.

Strukturreiches Totholz als Lebensraum

Totholz entsteht, wenn Äste oder Stammteile absterben, aber im Baum verbleiben. Im Gegensatz zu frisch geschnittenem Holz bildet es eine strukturreiche Oberfläche mit Ritzen und Höhlungen. Diese kleinen Nischen bieten unzähligen Insekten und anderen Kleintieren Schutz vor Fressfeinden und Witterung.

Unverzichtbar für Insekten

Viele Käferarten, Wildbienen und Schmetterlinge sind auf morsches Holz angewiesen. Sie legen ihre Eier in den weichen Fasern ab, ernähren sich vom Pilzbewuchs im Holz oder überwintern geschützt in den Spalten. Ohne ausreichendes Totholz in der Landschaft verschwinden diese Arten – mit ihnen auch die Bestäubung zahlreicher Pflanzen.

Nahrungsquelle und Brutplatz für Vögel

Das reiche Insektenleben auf und im abgestorbenen Holz ist wiederum eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel. Spechte beispielsweise klopfen gezielt morsche Stellen an, um Larven und Käfer zu erreichen, und zimmern ihre Bruthöhlen gern in abgestorbenen Stammabschnitten. Auch Meisen, Kleiber und Stare profitieren von Totholz, indem sie vorhandene Hohlräume übernehmen.

Totholz und Verkehrssicherheit

Nicht jeder tote Ast darf selbstverständlich hängen bleiben. Beim Erhalt von Totholz ist die Verkehrssicherheit ausschlaggebend: Lose Kronenteile über Wegen, Parkplätzen oder Spielplätzen müssen entfernt werden, um Gefährdungen auszuschließen. In weniger frequentierten Bereichen – zum Beispiel in parkähnlichen Gärten oder Waldstücken – kann Totholz dagegen gezielt als Habitat belassen oder sogar aufgehängt werden.

Fazit: Naturnah pflegen

Wer seinen Garten naturnah gestaltet, sollte dem Totholz im Baum einen Platz einräumen. Es fördert die Artenvielfalt, bietet Nahrung und Unterschlupf für Insekten wie auch Vögel und bereichert so das kleine Ökosystem rund ums Haus. Für eine sichere Umsetzung ist die Expertise eines zertifizierten Baumpflegers wichtig: Wir beraten Sie gerne, welche Äste bedenkenlos verbleiben können und an welchen Stellen ein fachgerechter Schnitt notwendig ist.

Haben Sie Fragen zum Erhalt von Totholz oder wünschen Sie eine Baumkontrolle? Kontaktieren Sie uns unverbindlich – wir freuen uns auf Ihre Anfrage!